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NB1BKM

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HF1BKM > MEINUNG  12.11.03 14:05l 191 Lines 9452 Bytes #999 (180) @ DL
BID : CDBNB1BKM_0M
Read: HF1BKM MZ1AIB RS1BKM BL1AIB FB1BKM HW1BKM KW1BKM BK1BKM OW1BKM RS2BKM
Read: JH1BFA TW1KOL DB1MBL JS1BFA PK1BKM L66BPH DO1MLP AS7RO ES1MBL HF1MBL
Read: PL1EBE D82MSE MH1TYR JH1TYR HF2BKM HB1AIB HF3BKM DQA334 ES1FAI RN1NMB
Read: DAF999 BL1MBL IN1BKM
Subj: zu Galileo ...
Path: NB1BKM
Sent: 031112/1205z @:NB1BKM.#RO.OBB.BAY.DEU.BCMNET [JN57XV] OBCM1.04b47_bn1 LT:
From: HF1BKM @ NB1BKM.#RO.OBB.BAY.DEU.BCMNET (Franz)
To:   MEINUNG @ DL
X-Info: Sent with login password

Ich habe die von Jens hier eingespielte und von Jan kommentierte Mail
auch original auf www.heise.de damals gelesen. 

>DNS205 > MEINUN   11.11.03 13:35l 79 Lines 3738 Bytes #180 (0) @ DEU
>BID : 50256_DBQ203
>Subj: zu Galileo...
>Path: NB1BKM<BX0GBF<AS1BOX<AT5XBR<DBX997<DBX404<DBX645<FD0FWD<BX1PLA<DBX531<
>      BX0BIW<DBQ203
>Sent: 031101/1712Z @:DBQ203.#OL.O.DLNET.DEU.EU #:50256 [GR JO71LD] FBB7.00i
>
>From: DNS205@DBQ203.#OL.O.DLNET.DEU.EU
>To  : MEINUN@DEU
>
>Hallo Leute,
>
>dazu muss ich mal meine Meinung ,u ern:
>
>> Von      : DJJ273
>> Nach     : ALLE @DEU     
>> Gesendet : 28-Okt um 23:01
>> Empfangen: 30-Okt um 01:32
>> BID      : HNHP9XDBX273
>> Mailtitel: Europäisches Satellitensystem Galileo trifft auf wachsende S
>>
>>Path: !BX0BIW!DBX531!BX1PLA!DBO444!DBX273!
>>From: DJJ273 @ DBX273.#OSEE.NO.DLNET.DEU.EU (Jens)
>>To:   ALLE @ DEU 
>>
>>Das nach monatelangem Streit im Mai auf den Weg gebrachte europäische 
>>Satellitennavigationssystem Galileo trifft bei potenziellen Anwendern bislang 
>>auf wenig Begeisterung. Experten sind der Ansicht, dass die Ausgaben von 3,6 
>>Milliarden Euro nicht gerechtfertigt seien und stellen zudem die 
>>wirtschaftliche Rentabilität infrage, schreibt das Technologiemagazin 
>>Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 11/03. Anzeige   
>
>Hmm, ist dies rein zuf,llig ein U.S.-amerikanisches Magazin?
>

Ich kenne dieses Magazin zwar nicht, aber ein europaeisches Magazin wuerde
sich wohl eher nur berichtend und weniger insbesondere negativ kommentierend
aeussern.

Ausserdem glauben ja die Amerikaner - der grosse Fehler des Angriffes im Irak 
beweist das ja - eine absolute Vormachtstellung in der Welt einnehmen zu 
muessen. Und sowas ist grundsaetzlich immer sehr gefaehrlich - Groessenwahn
laesst gruessen. Bis heute wurde noch kein Beweis fuer die angeblich vom
Irak ausgehende Gefahr durch Massenvernichtungswaffen gefunden. Insofern war
das kategorische NEIN des deutschen Bundeskanzlers zu einer Beteiligung an
diesem Krieg damals wie auch heute voll in Ordnung.

>>Mit dem System, das 30 Satelliten umfassen und bis 2008 installiert sein 
>>soll, tritt die Europäische Union in Konkurrenz zum US-amerikanischen Global 
>>Positioning System (GPS). Das System sei genauer als GPS, höchst rentabel und 
>>Garant für viele neue Arbeitsplätze.

Genau eine solche Konkurrenz ist eminent wichtig. Es ist kaum verstaendlich,
wenn man im "alten Europa" mehr und mehr den Anschluss an die Weltelite in
Sachen Entwicklungen verliert und letztlich so mehr und mehr von anderen
Kontinenten abhaengig wird. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen,
dass speziell Deutschland mehr als 50 Prozent seiner Gueter ausfuehrt und eben
nicht fuer den eigenen Gebrauch produziert. Aehnlich wie bei der Magnetschwebe-
bahn Transrapid, deren Entwicklung bis ins Jahr 1955 zurueckgeht, lassen sich
Produkte schlecht verkaufen, wenn man sie selber nicht einsetzt.


>>                                      "Unter der Hand", so Technology Review, 
>>sei jedoch zu erfahren, dass es für die vorgebrachten Gründe gar nicht 
>>gebraucht werde. Die beschworene höhere Genauigkeit sei für die meisten 
>>Privatnutzer "genauso unwichtig wie eine Zehn-Gramm-Anzeige bei einer 
>>Personenwaage".

>Klar wird es nicht gebraucht, natürlich kann man GPS benutzen :-/ Zumindest
>aus U.S.-amerikanischer Sicht ist das durchaus verst,ndlich.

GPS kann man nur solange benutzen, wie es den Amis recht ist. Siehe
Irak-Krieg. Wenn sich zuviele auf Satellitennavigation verlassen (muessen),
kann die Abschaltung eines solchen Systemes bei Konflikten auch sicherheits-
relevante Dimensionen im Alltag annehmen. Spaetestens wenn es um Sicherheit
geht, ist Redundanz, also das mehrfache Vorhandensein von Komponenten mit
gleicher Funktion, wichtig.

>>Tatsächlich, schreibt Technology Review, dürfte bei der Entscheidung für 
>>Galileo eher "eine Mischung aus europäischer Eitelkeit, Förderung der eigenen 
>>Raumfahrt-Industrie und Sorge vor dem weiteren Ausbau der 
>>US-Vormachtstellung" den Ausschlag gegeben haben.

Das haben die Amerikaner sehr wohl richtig erkannt. Ich sage nur:
Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser!

Wenn denn die Europaeer mal eine eigene Eitelkeit entwickeln, kann das ja
gar nicht so schlecht sein. Es ist immer besser, wenn man wichtige Dinge
selbst in die Hand nimmt und sich nicht auf andere auf Gedeih und Verderb
verlaesst. Monopolstellungen wurden immer schon schamlos ausgenutzt -
siehe z.B. Microsoft.

>                                                     Auch eine militärische 
>>Nutzung von Galileo wird nicht ausgeschlossen.

Exact bei diesem Punkt wirds wirklich heikel. Da sich die Amis in ihre 
Interessen wohl kaum ernsthaft reinreden lassen werden, ist gerade aus
militaerischer Sichtweise ein eigenes Satellitennavigationssystem zwingend
noetig. Und die Kosten dafuer auf viele Schultern zu verteilen, ist allemal
sinnvoller als den Anteil Deutschlands im Bundeshaushalt einzustellen.

>>                                                     Die deutsche 
>>Automobilindustrie sieht jedenfalls keinen Grund, sich zu engagieren.

Klar doch, fuer die Zwecke der zivilen Strassennavigation reicht ein
vorhandenes System doch locker aus. Mit dem Kerngeschaeft der Automobilindus-
trie hat es zudem noch nichts zu tun.

>>                                                                      Statt 
>>ihrer erhofften Beteiligung soll jetzt angeblich China planen, das Projekt 
>>mit mehr als 200 Millionen Euro zu unterstützen
>>
>>www.heise.de

>Sorry, aber was ist schlecht an so einer Handlungsweise? Die USA zeigen uns
>doch immer wieder, wie "bedeutend" nationales Selbstbewu tsein doch ist. Uns
>Europ,ern will man das natürlich nicht zugestehen, klar, dadurch w,ren ja
>"amerikanische Interessen" gef,hrdet.

Sehe auch ich so.

>Milit,rische Nutzung brauchen uns die Amis schon garnicht vorzuwerfen, wurde
>GPS doch ursprünglich für das Milit,r entwickelt! Sie haben bereits mehrfach
>gezeigt, das sie imstande sind, das GPS-System nach ihrem Ermessen zu beein-
>flussen, sprich abzuschalten. Das gibt den USA einen deutlichen Vorteil in
>mehrfacher Hinsicht, wirtschaftlich wie milit,risch.

Genau. Und hier sollte jemand sein, der die Handbremse rechtzeitig auch
mit der entsprechenden Wirkung anziehen kann.

>Ich denke es ist durchaus legitim, ein eigenes europ,isches Satelliten-
>navigationssystem zu schaffen und einzusetzen, da es die europ,ischen
>Interessen st,rkt. Die europ,ische Raumfahrt hat durchaus eine F"rderung n"tig
>und wir würden im Falle der Abschaltung von GPS durch die USA nicht v"llig
>ohne die M"glichkeiten der Satellitennavigation dastehen. Auch wenn die Auto-
>industrie das heute nicht einsehen mag, ich denke es w,re falsch, sich in
>Zukunft nur auf GPS zu verlassen.

Exact auch meine Meinung.

>Wenn sich China mit einbringen will, so ist das nicht unbedingt als negativ
>zu bewerten. Mag dieses Land politisch umstritten sein, so ist es doch ein
>wirtschaftlich wie auch milit,risch nicht zu untersch,tzender Faktor in der
>Zukunft. Es w,re wahrscheinlich besser für Europa, sich in Zeiten des
>milit,rischen Bush-Wahns Alternativen zu den USA als Partner zu suchen.

Wenn sich China mit einbringen will, kann das nur ein friedensfoerderndes
Zeichen der Chinesen sein. Wenn man sich so ansieht, wo ueberall auf der Welt
Konflikte herrschen, bei denen sich die Leute gegenseitig die Schaedel
einschlagen, und man sich irgendwann in diesem Zusammenhang dann fraegt: was
soll das? - spaetestens dann muss man zu der Einsicht kommen, dass meist
Machtgeilheit und Neid die Ursachen hierfuer sind. Folglich ist jede Massnahme
wichtig, die die Macht des einzelnen Staates wirkungsvoll begrenzt. Auch ein 
Satellitennavigationssystem stellt einen (militaerisch) wichtigen 
Machtfaktor dar! Nun lassen sich ja mit derlei Satelliten auch noch andere
Aufgaben zusaetzlich erledigen. Seien das nun Kommunikationsaufgaben oder
auch Ueberwachungsaufgaben. Gerade letztere sind militaerisch immer wichtig.

Auch am klaeglichen Versagen der deutschen Technik bezueglich des LKW-Maut-
Systemes ist der Ausverkauf des deutschen Know-Hows - der Ingenieure -
klar erkennbar. Was bei uns in Deutschland derzeit das Sagen hat, kann man 
wohl nicht mehr als "Fachleute", sondern allenfalls als "Schwaetzer"
bezeichnen. Die Investitionen in Hochschulausbildungen muessen wieder
staerker gefoerdert werden, wenn wir nicht allzusehr uns in Richtung
Neandertaler zurueckentwickeln wollen. 

War frueher in Deutschland die Technikentwicklung grossenteils durch
militaerische Auftraggeber sichergestellt, so ist seit einiger Zeit bereits
in allen solchen Bereichen Fehlanzeige vermeldet.

Ich denke, wir wollen doch schon fuer unsere jungen Menschen auch in 
Zukunft attraktive Berufsschancen in der Technik bereitstellen. Da sich dieses
Problem aber nicht nur in Deutschland alleine auftut, ist es naheliegend,
wenn man mit anderen Laendern zusammen solche Projekte wie ein eigenes
europaeisches Satellitennavigationssystem aktiv unterstuetzt.

Gerade die Funkpeiler unter uns CBlern, die den Umgang mit Karte und
Kompass (und auch ohne Kompass sich an natuerlichen Informationen orientieren
koennen soll[t])en) und damit so manche Feinheit schon in der Praxis erlebt
haben, wissen ein Lied davon zu singen, wenn man ploetzlich orientierungs-
maessig "im Dunklen" steht. 

>Meinungen sind erwünscht!
>
>vy bst 55+73s de Jan DNS205/GR1AAB

73 vom Franz



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